Rauhnächte

Räuchergefäß mit Räucherwerk

Spirituelle Tage „zwischen den Jahren“

Heute wird es mal etwas spirituell! 

Manchmal hat die Corona Thematik auch etwas Gutes. So bin ich tatsächlich erst durch Corona auf die Heilkräuter und ganz allgemein auf die Kräfte der Natur aufmerksam geworden, weil wir im Frühjahr 2020 Lockdown-bedingt viel spazieren waren und angefangen haben uns auf die Natur um uns herum zu konzentrieren und zu lernen was für Schätze sie eigentlich für uns bereit hält. 

Aber um Kräuter soll es heute nicht gehen. Sondern um Rituale zum Jahreswechsel und deren spirituelle Kräfte.

Wie Du Dich sicher auch erinnern kannst, fiel ja letztes Jahr Silvester alles flach. Keine Freunde, keine Party, kein Silvesterdinner und vor allem keine Raketen und Böller. 

Letztes Jahr waren unsere Kinder mit 4 und 5 aber schon so interessiert an Silvester Ritualen, dass wir überlegt haben – Was war denn eigentlich früher? Vor Böllern und Raketen und großen Partys?

Damals waren wir für die Rauhnächte aber etwas zu spät dran. Ich meine es war der 30.12. oder sogar der 31.12. als wir uns damit beschäftigt haben. Da waren die Rauhnächte schon wieder fast vorbei. 

Aber diese mystische Geschichte hat mich sehr interessiert. 

Wir haben dann auf die Schnelle das Räuchern mit unseren Kindern für uns entdeckt. Auf einem alten Unterteller und einem Stövchen haben wir Harz, Salbei und Lavendel geräuchert und haben das räuchernde Tellerchen durch das ganze Haus getragen, um die bösen Geister zu vertreiben. 

Weihrauch, Lavendel, Rosenblätter, Sandelholz und Myrre zum Räuchern

Dieses Jahr bin ich besser vorbereitet und möchte die Rauhnächte besser wahrnehmen. 

Aber nun zum eigentlichen Beitrag – zu den Rauhnächten:

Die 12 heiligen Nächte

Die Rauhnächte, die 12 heiligen Nächte, finden immer entweder zwischen der Wintersonnenwende, also dem 21.12. und dem 2.01.,oder von Weihnachten in der Nacht vom 24.12. auf den 25.12. bis 5.01. statt.

Ob Du die Rauhnächte am Abend des 21. Dezember beginnst oder am 24. Dezember ist Dir überlassen. Die mystische Energie der Rauhnächte richtet sich zum Glück nicht nach festen Daten.

Warum gibt es denn zwei mögliche Termine?

Das Christentum hat sich mit Weihnachten da etwas dazwischen gequetscht. Ursprünglich war es wohl die Wintersonnenwende, die längste dunkle Nacht, ehe die Tage wieder länger werden. Später kam dann die Weihnachtszeit hinzu, in der die Menschen nicht arbeiteten und viel Zeit mit der Familie zusammen waren. 

Aber warum feiert man die Rauhnächte? 

Das Feiern der Rauhnächte ist eine germanische und/oder keltische Tradition. (Je nachdem wo Du was suchst, findest du mal was von Kelten und mal was von den Germanen. Einigen wir uns für heute drauf, dass es irgendwie beide waren, die die Rauhnächte gefeiert haben…) 

Die Kelten und Germanen hatten 365 Tage in einem Sonnenjahr aber nur 354 Tage in einem Mondjahr. 

Um diese Differenz auszugleichen, haben die Kelten und/oder Germanen dann 11 „Schalttage“ und somit 12 Nächte eingeführt, die aber eigentlich „nicht existent“ sind und in denen die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt sind. Die Tore zu einer anderen Welt stehen dann in diesen Nächten offen und die Träume, die wir in diesen Nächten träumen, sollen uns voraussagen, was im nächsten Jahr passieren wird, bzw. worauf wir uns vorbereiten können. Jede Nacht für den zugeordneten Monat, also der Traum in der erste Nacht steht für den Januar des nächsten Jahres, die zweite Nacht für den Februar usw.

Rauhnächte heißen zwar Rauhnächte, aber auch die Tage, die auf die Nächte folgen, sind ebenso wichtig. 

Daher sollten wir versuchen, in diesen 12 Tagen alles ganz bewusst wahrzunehmen, und in uns und unser Umfeld reinzuhören. Jede Rauhnacht beginnt um 0:00 Uhr und endet um 23.59 Uhr.

Ohne Stress solltest Du Deine Beobachtungen und Träume registrieren; auf der Couch liegend reflektieren, in der Badewanne drüber sinnieren oder in wunderschöne Notizbücher eintragen. Nehme Dir bewusst 5 Minuten nach dem Wachwerden Zeit, um Dich an Deinen Traum zu erinnern. Ganz wie es sich für Dich richtig anfühlt. Wichtig ist nur, dass wir ehrlich zu uns sind, um eine echte Verbindung zu uns selbst und anderen zu spüren. Auch die unschönen und beängstigenden Dinge wahrnehmen und zu beobachten um auch eine Veränderung möglich zu machen und Licht ins Dunkel zu bringen. Wer die dunkle Seite ignoriert, verpasst die Chance sie zu integrieren. 

Folgende Rituale würde ich Euch empfehlen:

ALTES ABSCHLIEßEN:
Ihr habt noch einen ungeklärten Konflikt oder eine offene Rechnung, ein nicht fertiges Projekt. Versucht dies abzuschließen, damit Ihr Raum für Neues habt. 

NEHMT EUCH ZEIT ZUM HINSCHAUEN:
Früher stand die Zeit in den germanischen Dörfern still und auch heutzutage wird es zwischen den Jahren immer etwas ruhiger. Nutze die Zeit für Dich. Tu was sich für Dich richtig anfühlt. Ein paar Minuten den Kerzen zuschauen, meditieren, in der Natur spazieren gehen oder ein kleiner Mittagsschlaf. Gönn Dir, was Dir gut tut. 

TRÄUME WAHRNEHMEN:
Ihr könnt ein Traumtagebuch führen, Eure Erkenntnisse nach dem Meditieren notieren und aufschreiben was Euch einfällt. Wichtig ist nur, dass Ihr Eure Beobachtungen festhaltet um Rückschlüsse ziehen zu können. 

RÄUCHERN:
Ganz wichtig finde ich das Räuchern. Der Name Rauhnächte wird auch von Rauchnächten abgeleitet. Dadurch sollen böse Geister ferngehalten werden und unerwünschte böse Energien verscheucht werden. Das Einatmen, Riechen und Wahrnehmen der verschiedenen Düfte ist natürlich auch ein sehr schöner, sinnlicher Nebeneffekt.

Es gibt spezielle Rauhnacht-Mischungen zu kaufen, aber man kann auch Kräuter räuchern, die man zuhause hat oder auch sammeln kann. Wir räuchern gerne Weihrauch, Salbei, Rosmarin, Lavendel und Rosen aber auch sehr gerne Harz. 

(Ein ausführlicher Räucher-Beitrag folgt die nächsten Tage…)

Räucherstövchen mit Lavendel, Rosenblättern, Harz und Kamille

VERBINDUNG MIT DER NATUR AUFNEHMEN:
Das geht natürlich am Besten draußen in der Natur. Egal ob im Wald oder im Park oder in den Weinbergen. Lausche dem Wind in den Blättern, spüre die kalte Winterluft im Gesicht, atme die frische Luft. Genieße Deine Umwelt bewusst. 

Bloggerin Anna-Lena Tacke im Nebeldunst in den Weinbergen

Wie angekündigt… Es war sehr spirituell. 

Aber in diesem Fall finde ich es wirklich schön und spannend. Das ist ein Brauchtum, das es schon unendlich viele hundert Jahre gibt. Jedes Jahr auf’s Neue wurde es so weitergegeben und zelebriert, so dass wir heutzutage immer noch von diesen alten Ritualen wissen. 

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die nächsten 12 Nächte. 

Wie geht es Dir mit diesem Thema? Interessiert es Dich? Wirst Du die Rauhnächte dieses Jahr bewusst wahrnehmen oder hältst Du es für Humbug? 

Oder hast Du schon Erfahrungen mit Rauhnächten und hast einen Tipp für mich? 

Ich bin gespannt, was Du dazu zu sagen hast! 

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